AGV Nordostchemie & IGBCE Nordost //
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Gemeinsame Medienmitteilung: Sinkende Ausbildungszahlen: Chemie-Sozialpartner starten Ausbildungsinitiative zur Fachkräftesicherung
AGV Nordostchemie und IGBCE Nordost unterstützen Unternehmen dabei, Ausbildungsplätze auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu sichern.
Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der chemisch-pharmazeutischen Industrie Ostdeutschlands ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften weiter. Mit einer gemeinsamen Ausbildungsinitiative reagieren der Arbeitgeberverband Nordostchemie (AGV Nordostchemie) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) Nordost auf diese Entwicklung. Sie soll dazu beitragen, Ausbildungsplätze auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu sichern und auszubauen.
2025 haben die Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbands Nordostchemie 586 Ausbildungsplätze angeboten – 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Besetzt wurden 531 Ausbildungsplätze, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber 2024.
Die rückläufigen Ausbildungszahlen sind vor allem Ausdruck der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche – nicht eines nachlassenden Engagements der Unternehmen. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmender internationaler Wettbewerb, ausbleibende Investitionen und Standortschließungen setzen viele Unternehmen unter erheblichen Druck. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Beschäftigte aus dem Erwerbsleben ausscheiden, während deutlich kleinere Jahrgänge nachrücken. Umso wichtiger bleibt es, den Fachkräftebedarf der Branche langfristig durch Ausbildung zu sichern.
„Ausbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unserer Branche. Viele Unternehmen übernehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Verantwortung und bilden weiter aus. Dieses Engagement wollen wir stärken. Wir sind überzeugt, dass nachhaltige Fachkräftesicherung dort gelingt, wo Unternehmen, Beschäftigte und Sozialpartner freiwillig Verantwortung übernehmen – aus Überzeugung und nicht aufgrund neuer bürokratischer Vorgaben“, erklärt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des AGV Nordostchemie.
Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der IGBCE Nordost, sagt:
„Die Ausbildungszahlen in unserer Region sind alarmierend. Wir appellieren daher mit aller Dringlichkeit an die Unternehmen unserer Branche, jetzt noch einmal alle Möglichkeiten zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze zu prüfen – und nicht an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen. Denn auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist und bleibt die duale Ausbildung das Herzstück für die Fachkräftesicherung von morgen. Jeder zusätzliche Ausbildungsplatz gibt jungen Menschen in unserer Region eine Perspektive, stärkt das eigene Unternehmen und den Industriestandort Ostdeutschland.“
Ein gemeinsamer Steuerungskreis entwickelt und begleitet die Ausbildungsinitiative. Zu den ersten Bausteinen gehören eine Social-Media-Kampagne zur Nachwuchsgewinnung, ein Förderprogramm für Ausbildungsbetriebe des Unterstützungsvereins der Chemischen Industrie (UCI) sowie ein Qualifizierungsprogramm für Ausbildungsverantwortliche. Die Angebote sollen Unternehmen dabei unterstützen, junge Menschen für eine Ausbildung zu gewinnen und die betriebliche Ausbildung weiterzuentwickeln.
Begleitend haben AGV Nordostchemie und IGBCE Nordost einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Darin rufen sie die Unternehmen auf, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten an der Ausbildung festzuhalten und bestehende Förderangebote zu nutzen. Denn Ausbildung ist und bleibt die wichtigste Voraussetzung, um Fachkräfte zu gewinnen und damit die wirtschaftliche Stärke und den Wohlstand der Region zu sichern.
Zum gemeinsamen Appell der Chemie-Sozialpartner in Ostdeutschland