Nordostchemie-Verbände //
//
Jedes zweite Chemieunternehmen im Osten will weniger in Deutschland investieren
„Chemie verbindet“: Nordostchemie-Verbände starten Kampagne vor den Landtagswahlen
63.000 Beschäftigte und 28 Milliarden Euro Umsatz – Chemie- und Pharmaindustrie macht vor den Wahlen ihre Bedeutung für Ostdeutschland sichtbar
Wenige Wochen vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern starten die Nordostchemie-Verbände gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen die Kampagne „Chemie verbindet. Heute Arbeit. Morgen Zukunft." Im Mittelpunkt stehen Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die wirtschaftliche Zukunft Ostdeutschlands – zu einer Zeit, in der die chemisch-pharmazeutische Industrie erheblich unter Druck steht.
Rund 63.000 Menschen arbeiten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland. Die Branche erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 28 Milliarden Euro. Hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze bei Zulieferern, in der Logistik, im Handwerk und bei Dienstleistungen.
„Wir wollen zeigen, was für die Regionen auf dem Spiel steht: Arbeitsplätze und Ausbildung, Investitionen und Wertschöpfung. Wer über die wirtschaftliche Zukunft Ostdeutschlands spricht, muss auch darüber sprechen, unter welchen Bedingungen Industrie hier künftig noch produzieren und investieren kann“, sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände.
Unternehmen tragen die Kampagne in die Regionen
Zum Start ist eines der Kampagnenmotive auf dem Gelände des Bildungszentrums der Chemischen Industrie (BBZ) in Berlin zu sehen. In den kommenden Tagen werden weitere Plakate an ausgewählten Standorten in den drei Bundesländern sichtbar. Auch die Mitgliedsunternehmen beteiligen sich: Sie bringen die Motive auf ihre Werksgelände und in ihre Gebäude und greifen die Kampagne über ihre Social-Media-Kanäle auf.
„Unsere Unternehmen sind eng mit ihren Regionen verbunden: Sie schaffen gut bezahlte Arbeitsplätze, bilden aus, investieren und vergeben Aufträge“, betont Nora Schmidt-Kesseler. „Wenn industrielle Wertschöpfung verloren geht, betrifft das nicht nur einzelne Unternehmen. Es geht um Arbeitsplätze, berufliche Perspektiven und den Wohlstand ganzer Regionen."
Der wirtschaftliche Druck ist an den Standorten längst spürbar: Produktionsanlagen werden zurückgebaut, Standorte geschlossen und Investitionen reduziert. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmender internationaler Wettbewerb und langwierige Genehmigungsverfahren belasten die Unternehmen. Damit verlieren die Regionen zunehmend industrielle Substanz, die über Jahrzehnte gewachsen ist.