Tarifpolitik//

Die ostdeutsche Chemie und Pharmaindustrie ist Beispiel einer modernen und zukunftsfähigen Tarifpolitik, die durch Flexibilisierungen und Öffnungsklauseln die Flächentarife erhält und stärkt. Der AGV  Nordostchemie nimmt die sozialpolitische Interessenvertretung seiner Mitgliedsunternehmen wahr und schließt Tarifverträge mit Arbeitnehmerorganisationen und überwacht deren Einhaltung.

Moderne Flächentarifverträge

Die Flächentarifverträge in der chemischen Industrie sind schrittweise modernisiert worden. Mit der Verankerung von zahlreichen Flexibilisierungen und Öffnungsklauseln haben die Tarifvertragsparteien auf den wachsenden Kostenwettbewerb der Unternehmen und die Herausforderungen der Globalisierung reagiert.

Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und schaffen für die Unternehmen notwendige Kosten- und Arbeitszeitspielräume. Dies ist vor allem für Unternehmen in unserem Verbandsgebiet von entscheidender Bedeutung.

 

Vereinbarungen "Made by Ostchemie"

LephA

Mit dem Tarifvertrag zur lebensphasengerechten Arbeitszeitgestaltung und seiner Erweiterung (LephA-TVplus) hat die ostdeutsche Chemie Werkzeuge geschaffen, die für viele denkbare Situationen (z.B. Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, berufliche Weiterqualifizierung, Entlastung im Alter oder nach fordernden Arbeitseinsätzen) ihrer Beschäftigten Lösungsmöglichkeiten bieten.

Das Ziel ist es, das Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze zu erleichtern – angesichts der Tatsache, dass sich der Fachkräftemangel in der Chemiebranche Ostdeutschlands seit Jahren verschärft, sichert der LephA-TVplus die Zukunft der Chemie-Industrie in Ostdeutschland.

Potsdamer Modell

Für Unternehmen und Beschäftigte bietet das Potsdamer Modell zwei Bestandteile: "Betriebliche Arbeitszeit" und "Individuelle Wahlarbeitszeit". Mit der betrieblichen Arbeitszeit wird den Betriebsparteien ein größerer Gestaltungsspielraum für die Festlegung der Arbeitszeit im Betrieb gegeben. Abhängig vom benötigten Arbeitsvolumen, den jeweiligen Arbeitszeitsystemen und Arbeitsbedingungen kann für den Betrieb oder einzelne Betriebseinheiten die betriebliche Arbeitszeit innerhalb eines Korridors von 32-40 Stunden wöchentlich festgelegt werden.

Mit der individuellen Wahlarbeitszeit können darüber hinaus die Betriebsparteien auch persönliche Arbeitszeitwünsche und individuelle Arbeitsanforderungen berücksichtigen.

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Tarifabschluss 2019

  • Langfristige Planungssicherheit für die Unternehmen durch die längste Laufzeit seit 1987
  • Leermonate für 2019 und Einmalzahlung für das erste Halbjahr 2020
  • Entgeltplus: 1. Stufe: 1,5 Prozent ab Juli 2020, 2. Stufe: 1,3 Prozent ab Juli 2021
  • Gesamtlaufzeit 29 Monate mit betrieblichen Differenzierungsmöglichkeiten
  • Innovativer tariflicher Schutz für den Pflegefall ab Juli 2021
  • Mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit für beide Seiten / Zukunftsbetrag vereinbart
  • Gemeinsame Qualifizierungsoffensive gestartet
  • Arbeitgeber setzen Reform der Altersfreizeiten auf die Agenda

Weitere Details

Übersicht Tarifverträge

Zusätzlich zu den regionalen Tarifverträgen, die von unserem Verband abgeschlossen werden, existieren Bundestarifverträge die, bundesweite Geltung haben. Im Bereich des AGV Nordostchemie finden somit Tarifverträge für das Tarifgebiet Berlin (West), Ost und Berlin (Ost) und Bundestarifverträge Anwendung.

Hinweis: Die Tarifverträge und vorhandene Erläuterungen erhalten Mitgliedsunternehmen im Mitgliederbereich. Bitte loggen Sie sich hierfür oben auf der Seite in den Mitgliederbereich ein.

Übersicht

 

Fachabteilungen

Neue Wege gehen die Chemie-Tarifvertragsparteien bei der Schaffung von Spartenlösungen für einzelne Bereiche wie die kunststoffverarbeitende Industrie oder die chemienahen Bildungseinrichtungen. Es geht darum, einzelnen Bereichen unter dem Dach der Chemie branchenspezifische Lösungen entsprechend der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit anzubieten.

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Sozialpartnervereinbarungen

Die Sozialpartner der chemischen Industrie stehen seit vielen Jahren für eine von Pragmatismus und Vertrauen geprägte Gesprächs- und Verhandlungskultur. Die Sozialpartnervereinbarungen sind Ausdruck dieser besonderen Sozialpartnerschaft. Beide Tarifvertragsparteien verstehen diese als Übereinstimmungen und Rahmenvereinbarungen mit einem außertariflichen Status.

Trotz allem entfalten auch diese Bausteine der Chemie-Sozialpartnerschaft eine bindende Wirkung. Sie greifen dabei ein breites Themenspektrum auf: Familienbewusste Personalpolitik, Altersvorsorge, Chancengleichheit, Umweltschutz und Bildung und Qualifizierung sind nur einige davon.

Übersicht Vereinbarungen